Typklassen 2024 bei der Kfz-Versicherung: So sparen Sie!

Welche Auswirkungen hat die Typklasse bei Kfz Versicherungen? Wie können Sie die Kosten senken?

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Typklassen in der Kfz-Versicherung basieren auf Schadens- und Unfallstatistiken des Fahrzeugmodells.

  • Sie werden jährlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungs­wirtschaft (kurz GDV) angepasst.

  • Niedrigere Typklassen reduzieren den Versicherungsbeitrag.

  • Die Typklasseneinstufung wird mithilfe von Hersteller- und Typschlüsselnummer ermittelt.

  • Die Einstufung berücksichtigt Schadensbilanzen der letzten drei Jahre.

  • Dabei gibt es unterschiedliche Typklassen für unterschiedliche Versicherungstypen (Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko).

  • Änderungen in den Typklassen betreffen jährlich Millionen von Fahrzeughaltern in Deutschland.

  • Diese Änderungen können die Versicherungsbeiträge erheblich beeinflussen.

  • Moderne Fahrassistenzsysteme können zu einer günstigeren Typklassen-Einstufung beitragen.

 

Was versteht man unter Typklassen in der Kfz-Versicherung?

Typklassen bei der Kfz-VersicherungDie Typklasse ist ein entscheidendes Kriterium, das die Kfz-Versicherungsprämie beeinflusst. Sie basiert auf der Schadens- und Unfallstatistik eines bestimmten Fahrzeugmodells. Die Einstufung in eine niedrigere Typklasse führt zu günstigeren Versicherungsbeiträgen. Fahrzeuge mit einer höheren Typklasse sind meist teurer.

Die Berechnung der Typklassen berücksichtigt die Fahrzeugschäden der letzten drei Jahre. Hier werden die verursachten Reparaturkosten bzw. die Kosten bei Diebstahl betrachtet.

Dabei gibt es 16 Typklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung, 24 in der Teilkaskoversicherung und 25 in der Vollkaskoversicherung.

Je niedriger die Typklasse ist, desto günstiger wird Ihre Kfz-Versicherung sein. Dies liegt daran, dass Fahrzeuge mit niedriger Typklasse als weniger risikobehaftet eingestuft werden.

Die Typklassen sind jedoch nicht unveränderlich. Sie werden jährlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) überprüft.

Wenn die Kosten der Kfz Versicherungen mit dem Fahrzeugtyp gestiegen sind, kann auch die Typklasse steigen.

Wenn die Schadensbilanz bei einem Fahrzeugmodell besser ausfällt, kann auch die Typklasse sinken.

Es ist daher wichtig, sich über die aktuellen Typklassen-Einstufungen zu informieren. So versteht man dann auch die Höhe und die Entwicklung der Kfz-Versicherungsbeiträge besser.

 

Die Bedeutung von Typklassen für Ihre Kfz-Versicherungsbeiträge

Die Schadens- und Unfallbilanz eines Fahrzeugmodells ist natürlich anhängig von verschiedenen Faktoren:

  • der Motorleistung

  • dem Fahrverhalten der Nutzer

  • der Beliebtheit des Fahrzeugmodells bei Fahranfängern

  • neue Fahrzeugmodelle werden zunächst wie ähnliche Automodelle eingestuft

Eine höhere Einstufung in eine Typklasse zu steigenden Kfz-Versicherungsbeiträgen führen, während eine niedrigere Einstufung die Kosten senken kann.

Verschiedene Schadensarten wirken sich natürlich auf die jeweiligen Typklassen aus. Fahrzeugdiebstähle und Glasschäden beeinflussen z.B. die Typklasseneinstufung in der Teilkasko. Selbstverschuldete Unfälle mit Neuwagen können z.B. die Typklasseneinstufung in der Vollkasko nach oben treiben.

 

Wie Typklassen jährlich bestimmt werden

Die Typklassen werden jährlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) neu festgelegt. Für die Berechnung der Typklassen nutzt der GDV Schadensbilanzen von rund 32.000 verschiedenen Modellen.

Dabei werden die Fahrzeugschäden und Reparaturkosten der letzten drei Jahre betrachtet. Die Typklassen werden regelmäßig aktualisiert und die neuen Einstufungen gelten jeweils ab dem 1. Januar des folgenden Jahres.

Dies gibt Versicherern wichtige Informationen über das Risiko und die Beitragskalkulation. Daher ist es wichtig, die jährlichen Aktualisierungen der Typklassen im Auge zu behalten. Die Änderungen in der Typklasse werden frühzeitig im Herbst veröffentlicht.

So kann man bereits Änderungen der Kfz-Versicherungsbeiträge abschätzen. Diese werden meist Ende Oktober oder im November den Versicherungsnehmern mitgeteilt. Neben der Einstufung des Fahrzeugs anhand der Schadensbilanz gibts es aber noch weitere Faktoren, die die Höhe des Kfz-Versicherungsbeitrags beeinflussen können. Dies sind der individuelle Schadenfreiheitsrabatt (wird über die Schadenfreiheitsklasse abgebildet) und die Regionalklasse.

 

Schritte zur Ermittlung Ihrer persönlichen Typklasse

Die Ermittlung Ihrer persönlichen Typklasse ist ein einfacher Prozess, der online durchgeführt werden kann. Die Herstellerschlüsselnummer (HSN) und Typschlüsselnummer (TSN) Ihres Fahrzeugs finden Sie in Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) unter Punkt 2.1 und 2.2. Mit diesen Nummern können Sie die Typklasse für die meisten Autos problemlos ermitteln.

Wenn man ein Auto bzw. ein Modell hat, das ganz neu auf dem Markt ist, ist die die Typklasse teilweise noch nicht verfügbar.

Hier kann man dann einfach ein ähnliches Auto mit einer ähnlichen Leistung wählen. So kann man die Höhe der Typklassen des neues Autos abschätzen.

 

Online-Tool zur Typklassenermittlung

Der Typklassen-Finder ermöglicht die Eingabe von Hersteller und Typschlüsselnummer (HSN und TSN). zur Ermittlung der Typklasse. Der Typklassen-Finder funktioniert alternativ auch mit Marke, Modell und Baujahr.

Die Typklassenabfrage liefert die Einstufungen der verschiedenen Versicherungsarten. Dies sind die Typklassen für Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung des abgefragten Fahrzeugs.

Zusätzlich bietet das Online-Tool auch Filterfunktionen über die Karosserieform. So kann z.B. nach Limousine, Kombi, Cabrio, Bus, Van oder SUV gefiltert werden.

Die Ergebnisse der Typklassen-Abfrage können nach verschiedenen Kriterien sortiert werden.

 

Die Rolle des Kraftfahrt-Bundesamtes bei Typklassen

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) spielt eine wichtige Rolle bei der Zuordnung der Typklassen.

Das KBA führt ein zentrales Fahrzeugregister mit allen in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen. Dazu werden grundlegende Informationen zu allen in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen gespeichert. Das KBA führt das zentrale Fahrzeugregister mit definierten Schlüsseln. Dies sind die Herstellernummer (HSN) und die Typschlüsselnummer (TSN).

Diese HSN und TSN der spezifischen Automodelle werden für die Typklassen-Zuordnung genutzt. Deshalb muss man hier im Kfz-Versicherungsvergleich auch die HSN und TSN angeben.

 

Aktuelle Trends bei Typklassen 2024

Etwa 13 Millionen Fahrzeughalter in Deutschland sind 2024 von Änderungen an den Typklassen betroffen. Dabei können die Versicherungsbeiträge je nach Einstufung um bis zu 34% steigen oder sinken.

Spezifische Fahrzeugmodelle und Fahrzeugtypen erleben eine deutliche Veränderung ihrer Haftpflicht-Typklassen. Beispielsweise verbessert sich der Suzuki Ignis Allrad um drei Klassen. Ford Focus 1.0 und der Audi Q5 50 TDI Quattro haben sich beispielsweise deutlich verschlechtert.

Die Mehrheit der Autobesitzer in Deutschland wird 2024 keine Änderung in ihrer Typklasse sehen. Die spricht für eine gewisse Konstanz in den Einstufungen.

Aber wie sieht es mit Elektro- und Hybridfahrzeugen aus? Darauf gehen wir im nächsten Unterabschnitt ein.

 

Elektro- und Hybridfahrzeugen in der Typklasseneinstufung

Elektro- und Hybridfahrzeugen werden, genau wie herkömmliche Fahrzeuge, auf Basis von Versicherungsleistungen für Schäden an Dritten und Schadenereignissen in Typklassen eingestuft.

Eine günstige Einstufung in einem Versicherungstyp wie der Vollkasko bedeutet nicht zwangsläufig eine gleichartig günstige Einstufung in einem anderen Versicherungstyp wie der Teilkasko.

Es ist daher wichtig, die Typklasse jedes Versicherungstyps zu überprüfen, wenn Sie ein Elektro- oder Hybridfahrzeug besitzen oder planen, eines zu kaufen.

 

Der Vergleich: Typklassen verschiedener Kfz-Modelle

Die Typklasse verschiedener Fahrzeugmodelle kann variieren. Oberklasse-Modelle und SUVs werden aufgrund ihres höheren Wertes oft in höhere Vollkasko-Typklassen eingestuft. Wenn ein Vollkaskoschaden auftritt, müssen die Versicherungen einfach mehr zahlen. Dies führt normalerweise zu höheren Versicherungsbeiträgen bei der Vollkasko.

Die Entscheidung für ein Fahrzeug mit einer niedrigeren Typklasse kann zu einer Reduzierung des Versicherungsbeitrags führen, da diese Fahrzeuge in der Regel günstigere Kfz-Versicherungen besitzen.

Kleinwagen und ältere Fahrzeugmodelle werden häufig vom GDV in niedrigere Typklassen eingestuft, was sie zu einer kostengünstigeren Option in Bezug auf die Versicherungsprämien macht.

 

Auswirkungen von Fahrassistenzsystemen auf die Typklasse

Automatisierte Fahrassistenzsysteme reduzieren das Unfallrisiko, was eine positive Auswirkung auf die Typklasse haben kann. Moderne Notbremsassistenten sind in der Lage einen Großteil aller Auffahrunfälle zu verhindern, was zu einer Reduzierung von Kfz-Haftpflichtschäden führt.

Notbremsassistenten und andere Fahrassistenzsysteme wie Park- und Rangierassistenten haben einen großen Einfluss auf die Vermeidung von Unfällen und somit auf die Reduzierung von Kfz-Haftpflichtschäden.

Die geringere Anzahl an Unfällen und Schadensfällen durch den Einsatz von Fahrassistenzsystemen führt zu einer günstigeren Typklassen-Umstufung des jeweiligen Fahrzeugtyps für Autofahrer, die einen Unfall vermeiden möchten.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beurteilt, inwieweit Fahrassistenzsysteme sich auf die Typklasse auswirken, und bietet diese Bewertungen als Empfehlung für Versicherer an.

 

Tipps zum Sparen bei der Kfz-Versicherung trotz hoher Typklasse

Bei älteren Fahrzeugen kann der Verzicht auf eine Vollkaskoversicherung zugunsten einer Teilkaskoversicherung bereits Kosten einsparen. Die Einstellung einer Selbstbeteiligung bei der Kaskoversicherung kann die Versicherungsbeiträge nochmals senken.

Durch den Verzicht auf Zusatzoptionen wie freie Werkstattwahl können Versicherungskosten reduziert werden. Die jährliche Überprüfung des Kilometerstands und eine eventuelle Korrektur der Angaben können zu einer Anpassung der Versicherungsprämie führen.

Auch die Nutzung eines Saisonkennzeichens für saisonal genutzte Fahrzeuge reduziert die Versicherungskosten. Die Wahl eines Autos mit günstigerer Typklasse, das nicht typisch für Fahranfänger ist, kann die Versicherungsprämie eindämmen.

Zweitwagen-Tarife ermöglichen einem Fahranfänger eine günstigere Autoversicherung. Hier wird dann eine bessere Schadenfreiheitsklasse genutzt. Im Idealfall ist es sogar die Schadenfreiheitsklasse der Eltern.

 

Sonderkündigungsrecht und Typklassenänderung

Das Sonderkündigungsrecht in der Kfz-Versicherung ist im § 40 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) gesetzlich verankert.

Das Sonderkündigungsrecht tritt in Kraft, sobald der Versicherungsnehmer eine Beitragserhöhung aufgrund einen Typklassenänderung erhält. Der Versicherungsnehmer kann dann zum Gültigkeitsbeginn der Beitragserhöhung kündigen, also z.B. zum 01.01. des kommenden Jahres. Die Mitteilung über die Veränderungen beim Beitrag muss dem Kunden mindestens 1 Monat im Voraus zugestellt werden.

Das Sonderkündigungsrecht muss innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Bekanntgabe der Beitragserhöhung ausgeübt werden, wobei der Kündigungsgrund anzugeben ist.

 

Kfz-Versicherungsvergleich und die Typklassen

Durch einen Vergleich der Versicherungsangebote lassen sich die Beiträge oftmals um bis zu 78 Prozent reduzieren. Das kann zu Einsparungen von bis zu 850 Euro jährlich führen. Der Versicherungsbeitrag kann durch die Nutzung von Rabatten reduziert werden. Beispielsweise sind Alleinfahrer-Rabatt, Berufsgruppen-Rabatt, Garagen-Rabatt und Online-Rabatt möglich. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Höhe des Beitrags ist der individuelle Beitrag jedes Versicherungsnehmers.

Es wird besonders empfohlen, nach Bekanntgabe der neuer Typklassen Vergleiche von Kfz-Versicherungen vorzunehmen. So kann man neue mögliche Einsparmöglichkeiten identifizieren. Unser Vergleichsportal bietet einen umfassenden Überblick über Preise und Bedingungen verschiedener Versicherer.

 

Fazit

Jetzt sollten Sie die Bedeutung von Typklassen auf Ihre Kfz-Versicherungsbeiträge kennen.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Typklasse nur ein Faktor von vielen ist. Es gibt viele verschiedene Faktoren, die Ihren Versicherungsbeitrag beeinflussen. Die sind z.B. Ihr Alter, die Anzahl der Fahrer und Ihre Fahrerfahrung. Der Wohnort spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Dieser Wohnort wird zur Ermittlung der Region-Klasse benötigt. Die Regionalklassen schwanken ebenfalls. Auch sie spielen beim Kfz-Versicherungsbeitrag eine wichtige Rolle.

Daher sollten Sie hier die Angebote vergleichen und alle verfügbaren Rabatte in Betracht ziehen. So können Sie trotz einer hohen Typklasse bei der Kfz Versicherung Geld sparen.

Durch den Vergleich können Sie die beste und günstigste Kfz-Versicherung für Ihre Bedürfnisse finden.

Häufig gestellte Fragen

Was sagt die Typklasse bei der Kfz-Versicherung?

Die Typklasse bei der Kfz-Versicherung sagt aus, wie hoch das Unfall- oder Schadensrisiko eines Fahrzeugtyps ist. Je niedriger die Typklasse, desto günstiger die Kfz-Versicherung.

Welches Auto hat die niedrigste Typklasse?

Die niedrigste Typklasse wird in der Regel an Oldtimer vergeben, wie zum Beispiel der BMW Isetta 250 und 300 sowie Kleinwagen wie der Smart ForTwo Coupe 1.0.

Welche Typklassen gibt es?

Es gibt insgesamt 16 Typklassen für die Haftpflicht, 24 Typklassen für die Teilkasko und 25 Typklassen für die Vollkasko. Dabei gibt es unterschiedliche Typklassen für die Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko.